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Dr. Perner stellte größtes Nagetier vor


Perner

Anfang Dezember konnten viele interessierte Besucher Interessantes und Wissenswertes über das größte Nagetier, den Biber, in Erfahrung bringen. Vizebürgermeister DI Leopold Astner und StR Günter Pernul begrüßten Dr. Thomas Perner, ausgebildeter Paläontologe, und zahlreiche Interessierte im Stadtsaal Hermagor.

Seit vielen Jahrzehnten beschäftigt sich Dr. Perner mit der Biberforschung und dem Lebensraum des Bibers. Da sich seit einiger Zeit Nagetiere in den Nebengewässern der Gail aufhalten, konnte der Vortrag auf aktuellen Geschehnissen basieren. Der Paläontologe sieht die Rückkehr des Bibers ins Gailtal als natürlichen Ökosystem Manager.

Biber wichtig für die  Gewässer
Der Biber ist auch als Wasserbaumeister bekannt. Meist baut er keine Burg, sondern gräbt Wohnhöhlen im Uferbereich. Dadurch entsteht ein natürlicher Hochwasserschutz bis zu einer Dammhöhe von 150 cm. Der Wasserabfluss wird um das 160-fache verzögert, während in Gebieten ohne Biberdamm das Wasser innerhalb von 2 bis 4 Stunden abfließen kann.  Somit können gefährliche Situationen rund um das Hochwasser auf natürliche Weise vermindert werden. Profit daraus schlägt  laut Dr. Perner, vor allem die Landwirtschaft.  Neue Lebensräume für andere Tiere, Insekten und Pflanzen werden dadurch geschaffen. Ein Vorteil auch für die Fische, denn die Fischdichte kann sich dadurch um das 80-fache vervielfachen. Außerdem hebt der Biber den Grundwasserspiegel an und hält ihn konstant.

Größtes Nagetier Europas
Der Biber kann eine Größe von bis zu einem Meter und ein Gewicht zwischen 30 und 40 Kilogramm erreichen und rund 10 Jahre alt werden.  Er ist ein reiner Pflanzenfresser, der sich im Winter vorwiegend  von Rinden und Zweigen der Pappeln und Weiden ernährt. Die Lagerung der Nahrungsvorräte erfolgt im Wasser.

 
Biberpopulation nicht unendlich
Biber sind territoriale Tiere, die ihren Revieren treu sind. Andere Biber sowie die eigenen Nachkommen  werden vertrieben. Dadurch wird eine Überbevölkerung verhindert und der Bestand auf natürliche Weise reguliert.
Dr. Perner gab ebenso einen kurzen Überblick über den Fischotter, der sich auch wieder im Gailtal beheimatet hat.  25 bis 30 Prozent der Nahrung besteht aus Fischen, den restlichen Anteil bilden Insekten, Frösche, Schnecken, Muscheln aber auch sehr gerne Krebse, Mäuse, Ratten und Wasservögel.
In Kärnten kommen höchstens 5 Prozent der Landwirtschaft für eine eventuelle Besiedelung in Frage.
Abschließend fand noch eine kleine Diskussionsrunde statt, mit Fragen und Antworten. Vizebgm. DI Astner bedankte sich bei  Dr. Perner für den umfassenden Vortrag und bemerkte, dass es eventuell im nächsten Jahr eine Fortsetzung geben könnte.