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Gedenkbrunnen für Ingeborg Bachmann enthüllt


Die bekannte österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann hatte ihre Wurzeln in Obervellach bei Hermagor. Sie erlebte viele schöne Sommer ihrer Kindheit und Jugend im Elternhaus ihres Vaters Matthias, in der Zuhube „Tobai“. Auch später – als es ihr gesundheitlich nicht mehr so gut ging – verbrachte sie viel Zeit in ihrer Heimat, um Ruhe, aber auch Inspiration zu finden und Kraft zu tanken. „Das Honditschkreuz“, welches noch heute in der Nähe des neuen ÖAMTC-Stützpunktes steht, war eines ihrer ersten Prosawerke,

Nun wurde ihr am neu gestalteten Dorfplatz in Obervellach ein Denkmal gesetzt.  Unser akademischer Bildhauer Herbert Unterberger schuf diesen Gedenkbrunnen aus Krastaler Marmor. Die Inschrift „Wohin aber gehen wir“ stammt aus ihrem Gedicht „Reklame“, das in ihrem 2. Gedichtband „Anrufung des Großen Bären“ veröffentlicht ist. Berühmtheit als Lyrikerin hatte sie bereits mit ihrem 1. Band „Die gestundete Zeit“ erlangt, als sie Gedichte daraus vor der Gruppe 47 vorlas und dafür auch den Preis dieser großen europäischen Literaten erhielt, dem viele weitere Auszeichnungen folgten.

Die Initiative „Wir für Obervellach“ hat am Freitag, dem 29.Juni 2018, ein großartiges Fest mit Segnung des Kunstwerkes und Würdigung der Künstlerin organisiert. Magret und Bettina Brugger enthüllten das Denkmal, das anschließend von Pfarrer Günther Dörflinger und Pfarrerin Veronika Ambrosch gesegnet wurde.

Das abwechslungsreiche Programm brachten danach Erklärungen des Künstlers Herbert Unterberger zum Kunstwerk selbst, eine szenische Darstellung des Gedichtes Reklame durch die 4b-Klasse der HLW Hermagor (einstudiert von Engelbert Obernosterer und Doris Lasser) sowie kurze Ansprachen von LAbg. Christina Patterer, Bgm. Siegfried Ronacher und Kulturreferent Vizebürgermeister DI Leopold Astner, der gemeinsam mit „Wir für Obervellach“ dieses Projekt initiiert und geleitet hatte. Die Finanzierung erfolgte durch das Kulturreferat der Stadtgemeinde, dem Land Kärnten und vielen Sponsoren aus  Obervellach. Die musikalische Umrahmung erfolgte durch ein Saxophonquartett der Musikschule. Mit ihren Drahtinstallationen und Portraits von Ingeborg Bachmann trug Inge Lasser, welche sich schon jahrelang mit diesem Thema beschäftigte,  zur Verschönerung des Festgeländes bei.

Dass mehr Besucher dieses Festes anwesend waren als Obervellach Einwohner hat, überraschte wohl alle. Darunter war auch die Schwester von Ingeborg Bachmann, Frau Isolde Moser aus Kötschach, ebenso Günther und Peter Bachmann und weitere Familienangehörige der großen Schriftstellerin.

Mit berührenden Dankesworten von Frau Moser für diese Veranstaltung ging der Festakt zu Ende. Gefeiert wurde danach allerdings noch stundenlang – und das mit Recht, können wir doch alle froh sein, dass es nach vielen Gedenkstätten in ganz Österreich und Europa nun auch eine würdige in Obervellach und damit in unserer Stadtgemeinde gibt.

Fotos: Leopold Salcher